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Press release

For the series ‘Arkadia’, Andrea Grützner photographs details of a park meadow together with transparent dichroic film placed among dry blades of grass and other plant elements. This produces psychedelically tinged image compositions whose luminous streaks of colour evoke iridescent liquids, tropical heat, or hallucinatory landscapes. At times, the images appear almost artificially generated. Within them, alongside real insects, chimaera-like forms emerge, suggesting animals and mythical creatures.

The photographs are taken in the Neukladow Estate Park on the Havel near Berlin, once the site of Johannes Guthmann’s Musenhof. Guthmann – an art historian, writer, and collector – established the estate as a retreat and salon for figures from Berlin’s early-twentieth-century cultural scene. Among them was Max Slevogt, whose luminous, atmospheric paintings celebrated nature through ideals of classical beauty translated into the language of Impressionism. Together, Guthmann and Slevogt cultivated an almost mythic image of Neukladow in their conversations and writings, describing the landscape in exaggerated Arcadian terms – as the Garden of Eden, an earthly paradise, or Arcadia itself.

Andrea Grützner’s work explores how we see and feel spaces, where time appears as traces, layers, and shifting atmospheres. Working mainly with photography, she creates images that move between documentation, abstraction, and transformation. Her work is guided by questions of memory, orientation, and the instability of fixed realities, where familiar spaces slowly begin to shift and change.

A key impulse for Arkadia was her participation in the Pleinair Symposium of the Sommerakademie Neukladow in 2022.

After studying communication design in Konstanz, Andrea Grützner (*1984, Pirna, GDR) completed a master’s degree in Photography and Media at Bielefeld University of Applied Sciences. Her work has been shown internationally in solo and group exhibitions. She received the Stiftung Kunstfonds working grant in 2024, during which she continued developing Arkadia. She lives and works in Dresden.

PRESS RELEASE DE / EN

Für die Serie „Arkadia“ fotografiert Andrea Grützner Details einer Wiesenlandschaft mit transparenten dichroitischen Folien, die sie zwischen Grashalme und andere Pflanzenteile schiebt. So entstehen psychedelisch anmutende Bildkompositionen, deren leuchtende Farbschlieren an irisierende Flüssigkeiten, tropische Hitze oder halluzinatorische Landschaften erinnern. Mitunter wirken die Bilder beinahe künstlich. Darin erscheinen neben realen Insekten chimärenhafte Formen, die an Tiere und mythische Wesen erinnern.

Die Fotografien entstanden im Gutspark Neukladow an der Havel bei Berlin, einst Standort von Johannes Guthmanns „Musenhof“. Guthmann, Kunsthistoriker, Schriftsteller und Sammler, etablierte das Anwesen als Rückzugsort und Salon für Akteur:innen der Berliner Kulturszene des frühen 20. Jahrhunderts. Zu ihnen gehörte auch Max Slevogt, dessen lichtdurchflutete, atmosphärische Malerei die Natur im Vokabular des Impressionismus durch Ideale klassischer Schönheit feierte. Gemeinsam kultivierten Guthmann und Slevogt in Gesprächen und Schriften ein nahezu mythisches Bild Neukladows und beschrieben die Landschaft in überhöhten arkadischen Begriffen – als Garten Eden, irdisches Paradies oder als Arkadien selbst.

Andrea Grützners Arbeiten beschäftigen sich mit der Wahrnehmung von Räumen, in denen Zeit als Spur, Schichtung und sich verändernde Atmosphäre sichtbar wird. Vorwiegend mit fotografischen Mitteln entwickelt sie Bilder, die zwischen Dokumentation, Abstraktion und Transformation oszillieren. Ihre Arbeit wird von Fragen nach Erinnerung, Orientierung und der Instabilität festgeschriebener Realitäten geprägt, in denen vertraute Räume beginnen, sich langsam zu verschieben und zu verändern.

Ein zentraler Impuls für „Arkadia“ war ihre Teilnahme am Pleinair-Symposium der Sommerakademie Neukladow im Jahr 2022.

Nach ihrem Studium des Kommunikationsdesigns in Konstanz absolvierte Andrea Grützner (*1984, Pirna, DDR) den Masterstudiengang Fotografie und Medien an der Hochschule Bielefeld. Ihre Arbeiten wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Sie erhielt 2024 das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, im Rahmen dessen sie „Arkadia“ weiterentwickelte. Andrea Grützner lebt und arbeitet in Dresden.

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